Von Alien Investor – Stand: 28. Dezember 2025. Keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Während alle Welt auf die großen Tech-Giganten starrt, arbeitet im Hintergrund eine Finanzmaschine,
die den amerikanischen Mittelstand am Laufen hält: Fidus Investment Corporation.
Mit einer Dividendenrendite von über 10 % und einer Nischenstrategie abseits der Großbanken
ist das Unternehmen ein spannender Kandidat für Einkommens-Investoren. Doch Vorsicht:
Die kommende Zinswende könnte den Wind drehen.
„Hohe Renditen kommen nie ohne Risiko. Bei Fidus kaufst du keinen ETF, sondern einen spezialisierten
Kredit-Architekten. Schau dir an, ob das Fundament hält, bevor du einziehst.“ 👽
1) Kurzüberblick & Marktposition
Fidus Investment Corporation (FDUS) ist eine Business Development Company (BDC),
die dort operiert, wo Großbanken und regulatorische Hürden (Basel III/IV) Lücken lassen:
im sogenannten „Lower Middle Market“.
Zielgruppe: US-Unternehmen mit 10–150 Mio. USD Jahresumsatz.
Größe: Mit ca. 710 Mio. USD Marktkapitalisierung gehört FDUS zu den Small-Cap-BDCs.
Vorteil: In dieser Nische ist Fidus agiler als die Milliarden-Tanker wie Ares Capital, leidet aber unter geringerer Handelsliquidität der Aktie.
2) Geschäftsmodell: Kredit plus „Equity-Turbo“
Fidus ist kein reiner Geldverleiher, sondern ein „Lösungsanbieter“. Das Modell ruht auf zwei Säulen:
Fremdkapital (Debt): Der Fokus hat sich verschoben. 82 % des Debt-Portfolios sind mittlerweile
„First Lien“ (erstrangig besichert). Man setzt auf Sicherheit statt maximales Risiko.
Oft nutzt Fidus „Unitranche“-Strukturen, um Kreditnehmern schnelle Deals zu garantieren.
Der Equity Kicker: Das ist der Turbo. Fidus sichert sich bei Kreditvergaben oft Anteile
oder Optionsscheine (Warrants) am Unternehmen – fast „gratis“. Wenn ein Portfoliounternehmen verkauft wird,
sprudeln hier Sondergewinne, die als Zusatzdividenden ausgeschüttet werden.
SBIC-Lizenz: Ein massiver Vorteil. Über Tochtergesellschaften und Lizenzen der US-Regierung
(SBA) kann Fidus staatlich garantierte Anleihen zu günstigen Zinsen ausgeben, die regulatorisch nicht
auf die Verschuldungsgrenze angerechnet werden. Das ist legale und gewollte Arbitrage.
3) Wachstum & aktuelle Zahlen (Q3 2025)
Die Ergebnisse zum 30. September 2025 zeigen ein Unternehmen im Übergang. Die Party der extrem hohen Zinsen
neigt sich dem Ende zu.
Erträge: Das Net Investment Income (NII) sank um knapp 19 % gegenüber dem Vorjahr.
Gründe sind sinkende Gebühreneinnahmen (weniger Deals) und gestiegene Zinskosten für eigene Schulden.
Warnsignal PIK: Die sogenannten „Payment-in-Kind“-Zinsen (Zinsen, die nicht bar gezahlt,
sondern auf den Kreditbetrag aufgeschlagen werden) sind um 72 % gestiegen. Das kann ein Zeichen dafür sein,
dass Kreditnehmer Liquiditätsengpässe haben.
Lichtblick NAV: Der Net Asset Value (Buchwert) konnte im Jahresverlauf leicht gesteigert werden (auf 19,56 USD).
In einem schwierigen Umfeld ist das ein Qualitätsbeweis.
4) Profitabilität & „Panzer-Bilanz“
Hier spielt Fidus seine Stärken aus. Das Management agiert konservativ.
Leverage: Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital liegt bei sehr niedrigen 0,7x.
Der Branchendurchschnitt liegt oft über 1,0x. Fidus hat also massives „Dry Powder“ (Trockenpulver),
um in Krisenzeiten günstig einzukaufen.
Liquidität: Über 60 Mio. USD Cash und freie Kreditlinien sichern die Handlungsfähigkeit.
Fälligkeiten: Durch eine Refinanzierung/Rückzahlung im Oktober 2025 wurden die January-2026 Notes vollständig getilgt.
Es bestehen jedoch weiterhin Notes mit Fälligkeit bis November 2026 sowie weitere Fälligkeiten bis 2030. Die Bilanz ist wetterfest.
5) Wettbewerb: Der günstige Qualitäts-Player?
Verglichen mit den „Stars“ der Branche wie Main Street Capital (MAIN) wirkt Fidus wie ein Schnäppchen.
Main Street (MAIN): Handelt oft beim 1,8-fachen des Buchwerts (80 % Aufschlag!).
Investoren zahlen hier eine enorme Prämie für das interne Management und die monatliche Dividende.
Fidus (FDUS): Handelt fast genau zum Buchwert (P/NAV ~0,99x).
Das „Valuation Gap“ ist riesig. Wer auf Fidus setzt, kauft Assets von vergleichbarer Qualität,
zahlt aber fast keinen Aufschlag. Dafür muss man eine externe Management-Struktur in Kauf nehmen,
die in der Regel etwas teurer ist als intern skalierte Modelle.
6) Bewertung & Dividende
Die Bewertung spiegelt die Skepsis gegenüber der Zinswende wider.
KGV (P/E): Mit einem KGV von ca. 8,8x ist Fidus günstig bewertet. Der Markt preist
Kreditrisiken und sinkende Zinsen bereits ein.
Dividende: Die annualisierte Rendite liegt (inklusive Sonderausschüttungen) zwischen
10,6 % und 11,4 %. Die Basisdividende ist durch die laufenden Erträge gut gedeckt (Basisdividende: ca. 116 % Deckung).
7) Portfolio-Qualität & Risiken
Ein BDC steht und fällt mit der Qualität seiner Kredite.
Non-Accruals (Ausfälle): Die Quote der Kredite, die keine Zinsen mehr zahlen, liegt
auf Fair-Value-Basis bei unter 1,0 %. Das ist ein sehr solider Wert.
Problemfall: Ein Totalausfall (Quantum IR Technologies) wurde 2025 bereits komplett abgeschrieben.
Der Schmerz ist im NAV bereits verarbeitet.
Diversifikation: Das Portfolio ist breit über 92 Unternehmen gestreut. Keine Klumpenrisiken
in zyklischen Branchen wie Öl & Gas.
8) Mitarbeiter & Management
Fidus wird extern verwaltet. Das ist bei kleineren BDCs üblich, aber oft ein Kritikpunkt wegen der Gebühren.
Stabilität: Das Senior Management arbeitet seit über 20 Jahren zusammen. Kein „Brain Drain“.
Alignment: Es gibt eine „Hurdle Rate“ von 8 %. Das bedeutet: Der Manager verdient erst dann
seine Performance-Gebühr, wenn die Aktionäre eine Basisrendite von 8 % sicher haben. Das schützt uns Eigentümer.
9) Aktuelle Stimmung
Analysten: Der Konsens steht auf „Buy“ mit moderatem Kursziel von ca. 22 USD.
Short Interest: Sehr niedrig (<1 %; zuletzt grob im Bereich ~0,3–0,5 % je nach Stichtag/Quelle). Hedgefonds wetten kaum gegen das Unternehmen.
Volatilität: Der Optionsmarkt preist größere Schwankungen ein – der Markt ist nervös,
wie sich die Zinsentscheide 2026 auswirken.
10) Chancen & Risiken
Die Chancen:
M&A-Wiederbelebung 2026 könnte Transaktionsgebühren und Equity-Exits (Sonderdividenden) treiben.
Bewertungsaufholung Richtung 1,1x oder 1,2x NAV, wenn der Markt die Qualität erkennt.
Massiver „Spillover“-Puffer (geschätzt ca. 1,09 USD je Aktie per Q3 2025) sichert die Dividende mehrere Quartale im Voraus ab.
Die Risiken:
Zinsfalle: Fidus ist „Asset Sensitive“. Sinken die Zinsen schnell, brechen die Einnahmen weg,
während Teile der eigenen Finanzierungskosten (z. B. Notes) zunächst fix bleiben können.
PIK-Bombe: Wenn die steigenden PIK-Zinsen nicht bedient werden können, werden aus Papiergewinnen echte Verluste.
Rezession: Kredite aus den Hype-Jahren 2021/2022 könnten bei einer Wirtschaftskrise platzen.
11) Alien-Fazit 🛸
Fidus Investment Corporation ist ein solider Arbeiter im Schatten der Giganten.
Die Bilanz ist „panzerfest“ (Low Leverage), die Bewertung zum Buchwert ist fair und der Puffer
für die Dividende ist dick.
Wer hier investiert, kauft 90 % der Qualität eines Marktführers wie Main Street Capital, zahlt aber
nur den halben Preis (relativ zum Aufschlag). Das Risiko liegt eindeutig in einer schnellen Zinssenkung („Hard Landing“),
die die Margen drücken würde. Für einkommensorientierte Eigentümer ist FDUS auf dem aktuellen Niveau
ein attraktiver, konservativer Baustein – vorausgesetzt, man behält die PIK-Quote im Auge.
Keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung – nur eine Einordnung der vorliegenden Daten aus Alien-Sicht.
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Die Analyse basiert auf Geschäftsberichten der Fidus Investment Corporation (insb. Q3 2025),
offiziellen SEC-Filings (10-K, 10-Q), Daten zur SBIC-Lizenzierung sowie Marktdaten
und Analystenkommentaren bis zum 28. Dezember 2025.