⚠️ Digitale Souveränität: Warum X (Twitter) dich zur Laborratte macht – und wie du entkommst
von Alien Investor
Wir beobachten gerade eine fundamentale Verschiebung im Machtgefüge des Internets. Was X (ehemals Twitter)
seit Ende 2024 durchzieht, ist nicht bloß ein „Update der Nutzungsbedingungen“. Es ist eine systematische
Neukalibrierung des digitalen Gesellschaftsvertrags.
Die Plattform wandelt sich von einer Gemeinschaft kommunizierender Menschen in eine Ressource für KI-Training
und Datenhandel. Dieser Artikel analysiert forensisch die „Enclosure“ (Einhegung) deiner digitalen Identität
und zeigt dir, wie du die Flucht ergreifst – via Soft-Exit oder Hard-Exit.
1. Die rechtliche Architektur der Enteignung
Im Zeitraum von Herbst 2024 bis Januar 2025 hat die X Corp. die rechtlichen Weichen gestellt, um die
Nutzerbasis rechtlich wasserdicht auszubeuten. Drei Faktoren konvergieren hier:
Die Integration der KI „Grok“ in die Verwertungskette.
Die Flucht in einen unternehmensfreundlichen Gerichtsstand (Texas).
Die Konsolidierung von Datenweitergaben an „Dritte“.
Der 15. November 2024: Die KI-Pipeline öffnet sich
Die gravierendste Änderung war die Einführung einer faktischen Universallizenz. X lässt sich das Recht einräumen,
„Texte und andere Informationen“, die du bereitstellst, für maschinelles Lernen und KI-Modelle zu nutzen.
Früher hieß es „Verbesserung des Dienstes“ (Spam-Filter, Algorithmus). Heute bedeutet es: Dein Content füttert
kommerzielle KI-Produkte (Grok), die im Zweifel in direkter Konkurrenz zu dir stehen – sei es als Journalist,
Künstler oder Analyst. Das System läuft meist auf „Opt-Out“: Wer nicht aktiv widerspricht (und die Einstellung findet),
wird trainiert.
Der „Texas-Trick“: Ein juristischer Coup
Früher war der Gerichtsstand oft Kalifornien. Die neuen Bedingungen zwingen viele Nutzer (außerhalb geschützter Zonen
wie der EU) in den U.S. District Court for the Northern District of Texas.
Warum Texas? Es gilt als Eldorado für Unternehmen, die deregulierte Umfelder suchen. Für den normalen Nutzer ist
eine Klage in Tarrant County, Texas, logistisch und finanziell unmöglich. Faktisch härtet sich X damit gegen
kollektive Rechtsmittel.
Hinweis für EU-Bürger: Lass dich nicht einschüchtern. Dank der Brüssel-Ia-Verordnung und
Verbraucherschutzrechten kannst du in der Regel weiterhin an deinem Wohnsitz klagen. Die AGB versuchen hier oft,
einen „Chilling Effect“ zu erzeugen – sie wollen, dass du glaubst, du hättest keine Rechte mehr.
2. Risikoanalyse: Dein digitales Selbst als Ware
Risiko I: Die Enteignung deiner Gedanken (Grok)
Durch die neue AGB-Architektur gewährst du X weltweite, lizenzgebührenfreie Rechte. Wenn du deine Arbeit auf X teilst,
fütterst du die Maschine, die dich ersetzen soll. Besonders perfide: KI-spezifische Klauseln (z. B. zum „Unhinged Mode“
oder zu Prompts) sind oft in separaten „Grok Consumer Terms“ versteckt, um die Haftung von X zu minimieren, während
du für deine Eingaben voll verantwortlich bleibst.
Risiko II: Der Datenbasar
Begriffe wie „Third-Party Collaborators“ sind Euphemismen für einen globalen Datenmarkt. Wenn X-Daten (politische
Neigungen, Standort) mit Datensätzen von Brokern (Kaufverhalten) gematcht werden, wird der Nutzer gläsern.
Zusätzlich gilt: Sobald Daten X verlassen, verlierst du effektiv die Kontrolle. Die Sicherheitsstandards der
„Partner“ sind oft eine Black Box.
Risiko III: Die 15.000-Dollar-Falle
Um das eigene Datenmonopol zu schützen, führt X drastische Strafen für Scraping ein. Wer massenhaft Daten abruft
(z. B. Forscher, die Desinformation untersuchen), riskiert Vertragsstrafen von 15.000 USD pro Million Posts.
Es ist der Versuch, die „Wahrheit“ über die Plattform zu privatisieren.
3. Strategie I: Der Soft-Exit (Schadensbegrenzung)
Wenn du wegen Netzwerkeffekten noch nicht gehen kannst, musst du dein Profil „härten“.
Geh diese Checkliste durch (Menüpfade können variieren):
🛠️ Technische Konfiguration (Pflichtprogramm)
Deaktivierung KI-Training (Grok): Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Grok & Partner.
Haken raus bei „Zulassen, dass deine Posts... für Training verwendet werden“. Klicke auch auf „Konversationsverlauf löschen“.
Datenweitergabe blockieren: Datenschutz und Sicherheit > Datenaustausch und Personalisierung > Geschäftspartner.
Haken raus bei „Zusätzliche Informationen teilen“.
Standortdaten minimieren: Datenschutz und Sicherheit > Standortinformationen.
Deaktiviere „Personalisieren basierend auf Orten“ und genaue Standortdaten.
DMs schließen:
Setze den Empfang auf „Niemand“ oder „Verifizierte Nutzer“, um Phishing und Spam zu reduzieren.
Verhaltensänderung („Poison the Well“):
Poste keinen exklusiven Content mehr. Nutze X nur noch als „Link-Schleuder“ auf deinen Blog.
Künstler sollten Tools wie Glaze oder Nightshade nutzen, um ihre Bilder für KI unbrauchbar zu machen.
4. Strategie II: Der Hard-Exit (Löschung & DSGVO)
„Löschen“ ist bei X ein Prozess mit Fallstricken.
Die 30-Tage-Falle: Nach der Deaktivierung schläft das Konto 30 Tage. Loggst du dich in dieser Zeit (auch versehentlich per App) ein, wird alles wiederhergestellt.
App-Zugriffe widerrufen (Kritisch!): Bevor du deaktivierst, gehe zu Sicherheit und Account-Zugriff > Apps und Sitzungen. Widerrufe JEDE einzelne App. Eine vergessene App, die im Hintergrund Daten abruft, kann die Löschung sabotieren.
Der DSGVO-„Double Tap“:
Für EU-Bürger reicht der Klick oft nicht. Schreibe eine Mail an den Datenschutzbeauftragten (dpo@x.com)
und fordere die Löschung nach Art. 17 DSGVO (Recht auf Vergessenwerden), inklusive aller Metadaten
und Backups.
5. Die Alternativen: Nostr vs. Bluesky
Der Auszug erfordert ein neues Ziel. Hier prallen zwei Philosophien aufeinander:
Bluesky (Föderation mit Geländer) 🦋
Bluesky fühlt sich an wie Twitter, basiert aber auf dem AT-Protokoll. Deine Identität ist portabel – du kannst
den Server wechseln, ohne Follower zu verlieren. Bluesky positioniert sich derzeit (Stand 2025) gegen KI-Training.
Aber: Fast alle nutzen den zentralen Server bsky.social. Fällt dieser oder ändert er die Regeln,
hast du wieder ein Problem.
Nostr (Echte Souveränität) 🟣
Nostr ist keine Plattform, sondern ein Protokoll. Es gibt keinen zentralen Server.
Architektur: Dein Account ist kein Eintrag in einer Datenbank, sondern ein kryptografisches Schlüsselpaar (Private Key).
Zensurresistenz: Niemand kann deinen Account löschen oder sperren. Du bist der alleinige Eigentümer.
Nachteil: Hohe Eigenverantwortung. Verlierst du deinen Schlüssel, ist der Account weg.
„Wer digitale Souveränität will, muss handeln. Das Verbleiben auf X unter den aktuellen Bedingungen ist eine
stillschweigende Zustimmung zur Nutzung deiner kognitiven Arbeit für fremde Zwecke.“
Betreff: Digitale Souveränität in Gefahr ⚠️
Seit November 2024 zementiert X Bedingungen, die unsere Rechte beschneiden:
- KI-Training auf unseren Daten (Opt-Out).
- Weltweite Lizenz ohne Vergütung.
- Erschwerter Rechtsweg (Texas-Klausel).
Meine Konsequenz: Ich schränke meine Aktivität hier massiv ein.
Ihr findet mich ab sofort auf Plattformen, die nicht extraktiv funktionieren:
Empfehlung für alle, die bleiben: Geht sofort in die Einstellungen > Datenschutz > Grok & Partner und entfernt den Haken!
#DigitalSovereignty #ExitX #Nostr #Bluesky
⚠️ Der wichtige Unterschied: Recht vs. Technik
Verstehe eines: Mit der bloßen Nutzung von X hast du den neuen AGB bereits rechtlich zugestimmt.
Du hast die Erlaubnis also prinzipiell erteilt.
Der „Opt-Out-Haken“ ist derzeit nur eine technische Selbstbeschränkung seitens X.
Solange der Schalter da ist, müssen sie ihn beachten (sonst drohen Klagen wegen Täuschung).
Da du aber via AGB schon „Ja“ gesagt hast, könnte X diesen Schalter in Zukunft theoretisch einfach entfernen,
ohne dich noch einmal fragen zu müssen. Der Haken ist also Schadensbegrenzung für das „Hier und Jetzt“,
keine Versicherung für die Ewigkeit.
Fazit: Zeit für echte Unabhängigkeit
Die Transformation von X ist ein Lehrstück über die Gefahren zentralisierter Plattformen. Der Nutzer steht vor der Wahl:
Akzeptanz der Rolle als „Daten-Leibeigener“ oder der Schritt in die digitale Selbstbestimmung.
Die Werkzeuge sind da. Protokolle wie Nostr zeigen, dass ein Internet ohne feudale Herrscher möglich ist.
Es ist an der Zeit, sie zu nutzen. 👽
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📚 Quellen (Auswahl)
Diese Analyse basiert auf den offiziellen Nutzungsbedingungen (Terms of Service) und Datenschutzrichtlinien der X Corp.
(Stand: Januar 2025), Dokumentationen zur Grok-KI-Integration sowie Gesetzestexten (DSGVO, New Jersey Data Protection Act).