đź‘˝ Mini-Fazit
Bitcoin durchläuft eine schmerzhafte Marktbereinigung. Trotz Zinssenkungen drückt der Kater nach dem Allzeithoch. Wir handeln unter dem langfristigen Trend – für geduldige Eigentümer bieten die Zonen zwischen 54k und 72k USD historische Chancen.
Nach der Party kommt der Kater. Bitcoin hat im Oktober 2025 ein euphorisches Allzeithoch bei über 126.000 USD gefeiert, doch zum Jahresende herrscht Ernüchterung. Der Kurs dümpelt im Bereich von 87.000 bis 90.000 USD, und die Stimmung ist von „Extreme Greed“ komplett in „Extreme Fear“ umgeschlagen.
Das Kuriose dabei: Eigentlich senken die Zentralbanken die Zinsen – normalerweise Treibstoff für Bitcoin. Warum fällt der Kurs trotzdem? Zeit für eine Tiefenanalyse ohne Hype.
„Diese Bitcoin-Kursanalyse ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Sie soll dir helfen, den Markt einzuordnen, Risiken zu verstehen und eigene Recherchen zu starten – nicht Entscheidungen für dich zu treffen.“ 👽
1) KurzĂĽberblick & aktuelle Lage
Wir sehen aktuell eine „Große Divergenz“: Das makroökonomische Umfeld wird eigentlich freundlicher, aber Bitcoin zeigt Schwäche.
- Allzeithoch: > 126.000 USD (Oktober 2025).
- Aktueller Kurs: ca. 87.000 – 90.000 USD.
- Sentiment: Extreme Angst (Fear & Greed Index bei 20–25).
- Kernproblem: Interne Marktstrukturprobleme und Kapitulation der Retail-Investoren wiegen schwerer als die Zinssenkungen.
Oberflächlich betrachtet sieht es düster aus. Wer tiefer blickt, sieht jedoch eine klassische Marktbereinigung.
2) Bewertungsrahmen – wie ich Bitcoin einordne
Bitcoin ist kein Unternehmen mit KGV. Um zu wissen, wo wir stehen, nutze ich daher einen Mix aus:
- Liquiditäts-Zyklen: Was machen Fed und Zentralbanken?
- On-Chain-Daten: MVRV, Realized Price, Miner-Gesundheit.
- Kapitalströme: Wer kauft und verkauft die ETFs?
- Halter-Verhalten: Was machen Kurzzeit-Spekulanten (Touristen) vs. Langzeit-Halter (HODLer)?
Mit diesem Rahmen lässt sich prüfen, ob der Markt gerade irrational handelt – oder ob der Preissturz gerechtfertigt ist.
3) Zyklus & On-Chain-Daten: Das „Geisterstadt“-Szenario
Die On-Chain-Daten zeigen ein gemischtes Bild. Die Nutzung des Netzwerks ist eingebrochen, was den PreisrĂĽckgang fundamental stĂĽtzt:
- Aktive Adressen: Der 7-Tage-Durchschnitt ist auf ca. 660.000 gefallen – ein Jahrestief. Die Spekulanten sind weg.
- Short-Term Holder (STH): Investoren, die erst kĂĽrzlich gekauft haben, kapitulieren massiv. Allein im letzten Monat wurden ĂĽber 4,5 Mrd. USD an Verlusten realisiert.
- Long-Term Holder (LTH): Die alten Hasen halten still. Das Angebot, das seit ĂĽber einem Jahr nicht bewegt wurde, bleibt stabil.
Die gute Nachricht zur Bewertung (Mayer Multiple & Realized Price):
- Das Mayer Multiple (Preis vs. 200-Tage-Linie) liegt bei entspannten 0,82 bis 1,06. Wir sind weit entfernt von einer Blase (Werte > 2,4).
- Der Realized Price (die durchschnittliche Kostenbasis aller Coins) liegt bei ca. 56.000 USD. Das ist der ultimative „Hard Floor“ in Bärenmärkten.
Fazit: Die Ăśbertreibung ist raus. Wir handeln aktuell unter dem langfristigen Trend.
4) Kapitalströme & ETF-Abflüsse: Die Touristen reisen ab
Die US-Spot-ETFs waren der Treibstoff für den Anstieg, jetzt wirken sie als Bremse. Institutionelles „Tourist Capital“ verlässt das Schiff.
- Netto-AbflĂĽsse: In der Woche vor dem 20. Dezember flossen knapp 500 Mio. USD aus den ETFs ab.
- BlackRock (IBIT): Allein hier flossen über 240 Mio. USD ab – ein Zeichen, dass Hedgefonds Gewinne mitnehmen oder Risiken reduzieren.
- Verkaufsdruck: Im Q4 2025 wurden durch die ETFs netto ca. 24.000 BTC auf den Markt geworfen.
Interessant ist die Divergenz: Während bei BlackRock (oft spekulativeres Geld) verkauft wird, verzeichnete Fidelity (oft langfristige Berater) leichte Zuflüsse. Das „Smart Money“ ist sich also uneinig.
5) Stimmung & Makro: Das Liquiditäts-Rätsel
Hier liegt der Hund begraben. Die Federal Reserve senkt die Zinsen (Leitzins bei ca. 3,64 %), aber Bitcoin steigt nicht. Warum?
- Verzögerung: Geldpolitik wirkt oft mit 12–18 Monaten Verzögerung. Die Liquidität kommt, ist aber noch nicht „im System“ angekommen.
- Konkurrenz: US-Staatsanleihen geben immer noch ĂĽber 4 % Rendite. FĂĽr konservative Anleger ist das attraktiv genug, um Risiken zu meiden.
- Miner-Kapitulation: Das ist das größte Risiko. Die Hashrate ist am Allzeithoch, aber die Einnahmen sinken. Viele Miner arbeiten unprofitabel. Wenn sie ihre Bestände verkaufen müssen, droht ein letzter „Flush“ nach unten.
Die Stimmung ist am Boden („Extreme Fear“). Historisch waren solche Phasen für Eigentümer mit Zeithorizont fast immer Kaufgelegenheiten, während die Masse panisch verkaufte.
6) Bitcoin Power Law & Fair Value
Wenn wir auf die fundamentalen Modelle schauen, haben wir die ĂĽberhitzte Zone verlassen:
- Der MVRV Z-Score ist im neutralen bis niedrigen Bereich.
- Der Markt hat die „Gier-Prämie“ von Anfang 2025 komplett abgebaut.
Das bedeutet: Du bezahlst heute keinen Aufschlag mehr für Hype. Du kaufst ein Asset, dessen Netzwerkaktivität zwar gerade schwächelt, dessen langfristige Halter-Basis aber extrem stark ist.
7) Nachkauf-Ranges – Strategie für 2026
Basierend auf den Daten (On-Chain, Miner-Pain, technische Levels) ergeben sich drei konzeptionelle Zonen für 2026. Das sind keine Garantien, sondern Wahrscheinlichkeits-Räume.
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Zone A – Aggressive Value (80.000 – 85.000 USD):
Hier kapitulieren die „Short Term Holder“. Wer Angst hat, eine V-förmige Erholung zu verpassen, könnte hier erste Positionen aufbauen („Pilot Position“). Das Risiko weiterer Rücksetzer ist aber real. -
Zone B – Cyclical Support (68.000 – 72.000 USD):
Das ehemalige 2021er-Allzeithoch und eine massive Support-Zone. Hier würden viele Miner unprofitabel und müssten abschalten (Marktbereinigung). Historisch eine klassische Akkumulationszone für das „Smart Money“. -
Zone C – Generational Bottom (54.000 – 58.000 USD):
Der „Notfall-Boden“. Hier liegt der Realized Price (~56k). Sollte der Kurs hierhin fallen, kannst du Bitcoin günstiger kaufen als der Durchschnitt aller Marktteilnehmer jemals bezahlt hat. Historisch ein „All-In“-Niveau für Überzeugungstäter.
8) Alien-Fazit: Schmerzhafte Heilung
Das Fazit zum Jahresende 2025 ist eindeutig: Bitcoin durchläuft eine schmerzhafte, aber notwendige Entgiftung. Die „ETF-Touristen“ werden rausgespült, überhebelte Zocker liquidiert und ineffiziente Miner abgeschaltet.
FĂĽr uns EigentĂĽmer gilt:
- Das „Liquiditäts-Paradoxon“ wird sich auflösen, wenn die Zinssenkungen 2026 in der Realwirtschaft ankommen.
- Wir handeln aktuell unter dem langfristigen Trend (Mayer Multiple < 1).
- Angst ist im Markt ein besserer Ratgeber zum Kaufen als Gier.
Lass dich nicht von der Panik anstecken. Die Fundamentaldaten des Netzwerks (Hashrate, Dezentralität) sind intakt. Der Preis passt sich gerade nur der Realität an – und bietet damit Chancen für die nächste Runde. Denk selbst, zoom raus und handle wie ein Eigentümer.