Wer seinen Seed selbst würfelt, tut das, um keinem Zufallsgenerator vertrauen zu müssen. Der SeedSigner macht aus 50 Würfen 12 Wörter oder aus 99 Würfen 24 Wörter — nach einer offen dokumentierten Rechnung: SHA-256 über die Ziffernfolge, daraus die Wörter nach BIP39. Aber woher weißt du, dass das Gerät wirklich so rechnet? Indem du es einmal selbst nachrechnest. Der Würfel-Check ist eine einzige HTML-Datei, die genau das tut: ohne Server, ohne Verbindung, ohne fremden Code. Kostenlos, quelloffen, Teil des Werkstatt-Pakets zum kommenden Band 4 „Die eigene Bank – Bitcoin meisterlich verwahren".
⚠ Nur mit einem Wegwerf-Seed
Die Ziffernfolge ist der Seed. Wer die 99 Ziffern kennt, kennt die Wallet. Deshalb prüfst du damit die Methode, nie deinen echten Seed: Übungs-Seed würfeln, nachrechnen, verwerfen. Rechnet das Gerät bei Übungsziffern richtig, rechnet es immer richtig. Der echte Seed entsteht danach am Gerät und verlässt es nie.
Für alles, was über einen schnellen Blick hinausgeht: Datei speichern, Netz trennen, per Doppelklick öffnen. Sie funktioniert genauso.
Datei holen und offline benutzen
Rechtsklick → „Ziel speichern unter", Prüfsumme vergleichen, Netz trennen, öffnen.
↓ wuerfel-check.html speichern ↓ Anleitung (PDF, 1 Seite)SHA-256 der Datei wuerfel-check.html (v0.1, Stand 18.08.2026):
1fc3c138577c886c4fbbd12c328144f8ef83e377229e1650e0644d4c92820b40
Prüfen: Linux/macOS sha256sum wuerfel-check.html · Windows PowerShell Get-FileHash wuerfel-check.html.
Weicht der Wert ab, Datei verwerfen und neu laden.
Nur zum Ansehen oder für einen Wegwerf-Seed geht es auch direkt: → Würfel-Check im Browser öffnen
Was er kann
- Nachrechnen wie das Gerät — Ziffern eingeben (Leerzeichen erlaubt), „Nachrechnen", 12 oder 24 Wörter erscheinen nummeriert. Rechenweg wie in SeedSigner OS 0.8.7 (
src/seedsigner/helpers/mnemonic_generation.py). - Automatischer Vergleich — trägst du zusätzlich die Wörter vom Display ein, markiert er jede Abweichung rot. „24/24 identisch" ist das Ziel.
- Prüft sich beim Start selbst — Wortliste per Hash gegen die offizielle BIP39-Liste, SHA-256 mit zwei unabhängigen Rechenwerken (Browser-WebCrypto und eine eigene, lesbare Implementierung), Selbsttest gegen die beiden Beispiele aus der SeedSigner-Dokumentation. Erst wenn alles grün ist, lässt er dich rechnen.
- Zeigt dir, ob du online bist — und rät dir, es nicht zu sein.
- „Alles löschen" — leert Eingaben und Ergebnis, danach Fenster schließen.
Warum offline, warum eine einzige Datei
Ein Prüfwerkzeug für Seeds darf selbst keine Angriffsfläche sein. Deshalb steckt alles in einer Datei, die
keine einzige Netz-Anfrage stellt: keine externen Skripte, keine Schriften, keine Bilder, keine Analyse-Tracker.
Eine Content-Security-Policy im Kopf der Datei verbietet dem Browser das Nachladen und Senden ausdrücklich.
Wer es nachprüfen will: F12 → Netzwerk-Tab → außer dem Laden der Seite selbst erscheint keine Anfrage, auch nicht beim Rechnen.
Und wer Code lesen kann: Rechtsklick → Seitenquelltext. Der ganze Code steht im <script>-Block
am Ende, rund 200 Zeilen ohne Bibliotheken, davon rund 70 für den eigentlichen Rechenweg.
Nicht vertrauen, nachrechnen — auch dem Würfel-Check nicht
Ein Werkzeug allein ist ein Indiz. Zwei unabhängige Codebasen, die auf dieselben Wörter kommen wie das Gerät, sind ein Beweis. Darum gibt es im Werkstatt-Paket drei Wege:
- Weg 1 — Würfel-Check (diese Datei, JavaScript im Browser, offline).
- Weg 2 — Prüfskript im Terminal:
verify_dice_seed.py, rund 90 Zeilen Python ohne Fremdbibliotheken, plus Wrapper, der vor jedem Start die Hashes prüft. Läuft auch auf Tails ohne Netz. Kommt mit dem vollständigen Werkstatt-Paket zum Buch. - Weg 3 — Ian Colemans BIP39-Tool offline: „Show entropy details" → Typ „Base 10" aktiv anklicken, „Mnemonic Length" auf „24 Words" (bzw. „12 Words") stellen, sonst bleibt „Use Raw Entropy" aktiv und die Wörter weichen ab. Niemals den „Dice"-Modus, der macht aus jeder 6 eine 0.
Was der Test beweist: dass das Gerät standardkonform rechnet. Was er nicht beweist: ob deine Würfel fair sind und ob dein Backup lesbar ist. Dafür gibt es Würfelbecher und Restore-Drill — beides Thema im Buch.
Open Source
Der Würfel-Check steht unter MIT-Lizenz. Der Quelltext ist die Datei selbst — es gibt keinen Build-Schritt
und keine versteckten Teile. Die BIP39-Wortliste ist Teil des offenen Bitcoin-Standards (SHA-256 2f5eed53a4727b4bf8880d8f3f199efc90e58503646d9ff8eff3a2ed3b24dbda).
Fehler gefunden? kontakt@alien-investor.org.
Der Würfel-Check ist kostenlos. Wenn er dir hilft, freut sich das Mutterschiff über etwas Treibstoff — siehe unten. Wer tiefer einsteigen will: Wie man einen Seed würfelt, warum, und was danach kommt (Passphrase, Stahl, Multisig, Vererben), steht in Band 4 der Reihe Digitale Souveränität — in Arbeit, Ankündigung folgt auf der Bücherseite.